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Ein Stück Heimatgeschichte aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts stellte das Margarethenfest in Schmiedeberg dar. Ihm lag folgende Sage zugrunde:

Kurfürst Friedrich von Sachsen, später der Sanftmütige genannt, hatte am 3. Juni 1431 Margaretha, die Tochter und Erbin des Herzogs Ernst des Eisernen geheiratet. Die Mitgift betrug immerhin 29000 Dukaten. Für die persönliche Unterhaltung seiner Frau gab der Kurfürst als Morgengabe aus dem Steuergroschen seiner Untertanen bereitwilligst 58000 Dukaten und 6000 Dukaten jährliche Zinsen. Hätten das die Bürger von Schmiedeberg gewusst, wären sie nicht so erfreut gewesen, als das junge Paar auf seiner Hochzeitsreise nicht den üblichen Weg von von Altenburg über Düben nach Wittenberg nahm, sondern überraschend ihre Stadt besuchte. Der Kurfürst wollte diese von den Hussiten schwer verwüstete Stadt durch seinen Besuch erfreuen und ihr helfen.

Aufgeregt eilte die Bürgerschaft dem jungen Paar entgegen. Am Bergkeller vor der Stadt erwarteten Rat, Innungen, Geistlichkeit, Lehrerschaft und Schuljugend freudig das Erscheinden der hohen Herrschaften. Diese wurden vom Bürgermeister mit wohlgesetzter Rede empfangen und weißgekleidete Mädchen mit Blumen im Haar überreichten der Fürstin den Ehrentrunk. Danach leerte der trinkfeste Friedrich von Sachsen den Pokal in einem Zuge und gab ihn den Mädchen, gefüllt mit goldenen Dukaten zurück.

Dieses mögliche historische Ereignis wurde der Anlass, das Margarethenfest zu feiern. Durch Kriegswirren und sonstige Ereignisse kam es in den folgenden Jahrhunderten mehr und mehr in Vergessenheit, bis es durch die Gründung des Margartehen- Vereins im Jahre 1872 wieder auflebte. Besonders beliebt war bei allen Besuchern des Festes, das alle vier Jahre im Juli gefeiert wurde, der große historische Umzug.

Die Sage vom Margarethenfest wurde 1921 von dem Wittenberger Kunstmaler Eduard Alfred Lehmann auf sechs Kleingeldscheinen dargestellt, die von der Stadt Schmiedeberg während der Inflation herausgegeben wurden.

Das Bad Schmiedeberger Margrethenfest wird heute jedes Jahr im Mai gefeiert.

(Quelle: Die Dübener Heide; 1935; S.45 aus: "Das Schmiedeberger Margarethenfest")

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