Schmiedeberg wird urkundlich
erstmals 1350 als Stadt, als die "civitas smedebergensis" erwähnt.
Der Name geht auf die Flamen zurück, die um 1150 die Gebiete entlang
der Elbe kolonisierten. Smed ist im flämischen der Schmied. 1429 wird
Schmiedeberg in den Hussitenkriegen zerstört. Der Kurfürst von
Sachsen - Wittenberg hilft der Stadt mit einer großzügigen Spende
im Jahr 1431 wieder auf die Beine. Ihm und seiner Frau Margarethe zu Ehren
feiern die Schmiedeberger noch heute im Frühjahr das "Margarethenfest".
Aus jener Zeit sind einige Bauwerke erhalten, die bis heute das Stadtbild
prägen.
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| Die evangelische Stadtkirche
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Der Kirchturm
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Das Au- Tor, erbaut um 1490,
ist das nördlichste Stadttor zur Elbaue, die evangelische Stadtkirche,
erbaut 1454, hier predigte unter anderem im Jahr 1528 Martin Luther und
1632 war Gustav Adolf von Schweden hier aufgebart, das als Renaissancebau
errichtete Rathaus mit dem reich verziertem Hauptportal, erbaut 1570 und
einige Bürgerhäuser. Thor- und Hausportale lassen ahnen, wie
prächtig die Stadt vor dem dreißigjährigen Krieg ausgesehen
haben mag. 1700 wird Schmiedeberg sächsische Garnisionsstadt, 1815
fällt es nach den Befreiungskriegen an Preußen. Im Jahr 1878
ziehen die letzten Dragoner aus der Stadt ab.
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| Das Bad Schmiedeberger
Rathaus
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Das Rathaus, davor die "Alte Wache"
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Die Dragoner wohnten nicht
in einer Kaserne, sondern in Privatquartieren, für die Stadt damals
eine schöne Einnahmequelle, für das preußische Heer aber
ein Unding. Nach dem Abzug stehen plötzlich viele Gebäude und
Wohnungen leer. Den Gastleuten fehlen die Gäste, den Kaufleuten die
Käufer, den Handwerkern die Kunden. Der Gründer des Schmiedeberger
Gewerbevereins Hitzler und der damalige Bürgermeister Moritz Hauswald
hatten aber längst einen Ausweg in petto. Denn dass es mit dem heimischen
Moor eine besondere Bewandnis haben muss, ist schon längst kein Geheimnis
mehr. Tongrubenarbeiter und Töpfer wussten, dass das Eisenmoor ihren
rheumageplagten Händen wohltat. Der Schmiedeberg Arzt Dr. Fröhlich
hat das wahrscheinlich auch gewusst, denn er hat wohl die ersten Moorpackungen
verordnet.
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| Das Autor
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Das Jugendstilkurhaus
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Ein Bürgermeister, der
leerstehende Gebäude anzubieten hat, ein Gewerbeverein, der dem Gewerbe
neuen Boden bereiten will, ein arzt der auf der Höhe der Zeit ist
und dazu noch ein Städtchen, das mit Gästen umzugehen weiß,
eine Umgebung, die nicht von Industrieabsonderungen verunreinigt ist, und
eine Landschaft von ruhiger Schönheit.
Der Gewerbeverein beantragt
vier Wochen nach Abzug der Dragoner die "provisorische Errichtung eines
Moorbades. Der rat beschließt und Schmiedeberg ist Moorbad. Man schreibt
den 28. April 1878. Die reichen Vorkommen an Torf und der fachkundige Umgang
mit dem natürlichen Heilmittel Moor, die idyllische kleine Stadt mit
ihrem Kurpark, dem einzigartigen Kurhaus im Jugendstil, erbaut 1908, und
der herrlichen Umgebung zieht Kurgäste aus ganz Deutschland an.
Zwischen 1949 und 1989 ist
Bad Schmiedeberg einer der wichtigsten Kurorte der DDR. In den siebziger
und achtziger Jahren kommen fast konstant 6000 Kurgäste pro Jahr.
Nach der Wende beginnt eine gründliche Renovierung der vorhandenen
Kureinrichtungen und ein ehrgeiziges Bauprogramm.
Das Jugendstilkurhaus wird
restauriert, drei neue Rehabilitationskliniken entstehen. 1994 wird Bad
Schmiedeberg auch Mineralheilbad. Im Jahr 2000 erhält Bad Schmiedeberg
den Titel "Staatlich anerkanntes Moor- und Mineralheilbad".
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