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Das Kurhaus |
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Stadtchronik > Kurhaus |
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Im Jahr 1895 wird die Eisenbahnlinie
Pretzsch - Schmiedeberg - Düben - Eilenburg gebaut. Dadurch kommt
es in dem jungen Moorbad zu einem gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung.
So konnten die verabreichten Bäder innerhalb von 10 Jahren auf 12381
im jahr 1895 verdoppelt werden. In diesem Zuge wurde der Stadt der Titel
"Bad" verliehen, welches sich in einem Artikel des "Wittenberger Tageblatt"
vom 8. August 1895 belegen lässt. Dort wird nämlich die Entscheidung
bekannt gegeben, dass die neue Eisenbahnstation zukünftig "Bad Schmiedeberg"
heißen soll.
Durch die gute wirtschaftliche Entwicklung
der Stadt und der Anschluss an die Eisenbahnlinie gründete eine Aktiengesellschaft
das Kaiserbad. Die städtische Badeverwaltung fürchtete das neue
Konkurenzunternehmen in der Stadt. Es begannen Überlegungen, wie das
städtische Eisenmoorbad attraktiver gestaltet werden kann. Schon im
Jahr 1898 nahm die Idee ein neues und großes Kurhaus zu bauen erste
Formen an. Zu dieser Zeit konnte sich die Stadtverordnetenversammlung aber
noch nicht zu einem Neubau entschließen. Daher brachte Bürgermeister
Loechel im Jahr 1903 den Vorschlag erneut und diesmal erfolgreich ein.
Ursprünglich wurde das ehemalige Garnisonslazarett der preußischen
Dragoner, die im Jahr 1878 Bad Schmiedeberg verlassen haben, als Kurhaus
umfunktioniert. Ein jedoch nicht sehr repräsentativer Bau.
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das ehemalige Garnisonslazarett,
umgebaut als Kurhaus
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das Jugendstil-Kurhaus
nach
Arthur Hänsch |
Anfang 1904 beginnt eine von Bürgermeister
für den Kurhausneubau einberufene Kommission zu arbeiten. Ein Architektenwettbewerb
wird ausgeschrieben. Fünf Bauvorschläge wurden eingereicht. Der
erst 28-jährige Leipziger Architekt Arthur Hänsch bekam den Zuschlag.
Der erste Entwurf des Leipziger Architekten sieht eine von Holzkonstruktionen
dominierende Fassade und ein Dach ohne Turm vor. Die Stadtverordneten wollen
aber einen Turm, der ein neues Wahrzeichen der Sadt werden soll. Hänsch
ändert die Entwürfe und reicht die neuen Projektionen im August
1904 ein. Weitere Änderungen werden vorgenommen, so dass die endgültigen
Zeichnungen das Datum vom Dezember 1904 tragen. Am 18. Februar 1905 signieren
sowohl Bürgermeister, als auch Magistrat den mehrfach überarbeiteten
Entwurf. Doch der Regierungspräsident, der dem Neubau zustimmen muss,
hat Bedenken. Er fordert einen Putzbau und will den Turm aus den Plänen
entfernen lassen. Arthur Hänsch bgibt sich daraufhin persönlich
nach Merseburg, um den Regierungspräsidenten umzustimmen. Dieses Treffen
endet in einem Kompromiss. Der Turm darf bleiben - dafür verschwindet
die Holzfassade. Weitere Änderungen werden auf Druck der Stadtverordneten
durchgsetzt. Der Turm des neuen Kurhauses wird niedriger und ohne Umgang,
zusätzlich werden weitere Terrassen am Gebäude vorgesehen. Der
königliche Regierungspräsident stimmt dem Entwurf zu. Die Arbeiten
konnten nun ausgeschrieben werden, der Baubeginn wird auf den 1. August
1905 festgesetzt. Am 5. Mai 1905 beschloss die Stadtverordnetenversammlung,
dass der Neubau nicht teurer als 170 000 Reichsmark werden darf. Sechs
Tage später bestätigte der Regierungspräsident die Genehmigung
zur Aufnahme eines Kredites in Höhe von 150 000 Reichsmark. Drei Jahre
danach, am 17. Mai 1908, wurde der Neubau des Bad Schmiedeberger Kurhauses
vollendet.
Eine Besonderheit des Bad Schmiedeberger
Jugendstil-Kurhauses ist unter Anderem der Festsaal. Auch heute noch die
Adresse für Kurkonzerte und Veranstaltungen aller Art. So lädt
das Eisenmoorbad alljährlich im Herbst zum traditionellen Kurhausball.
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Festsaal im Kurhaus um 1920
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Festsaal im Kurhaus um 1960
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Festsaal im Kurhaus heute
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Nach der Wende ließ die Eisenmoorbad
Bad schmiedeberg-Kur-GmbH das Kurhaus aufwendig restaurieren. Man war dabei
bemüht, das Wahrzeichen in das ursprüngliche Aussehen zurückzubauen.
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Das restaurierte Jugendstil
- Kurhaus
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